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Die Entstehung und Grundidee der Kraftfahrerkreise – Zusammenarbeit, Gewerkschaft und gemeinsames Engagement für Berufskraftfahrer

Die Ursprünge und die Grundidee

Die Idee, Kraftfahrerkreise als Plattform für Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrer zu schaffen, entstand aus dem Wunsch, die Menschen hinter dem Lenkrad stärker miteinander zu vernetzen, ihre beruflichen Probleme aufzugreifen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Dabei stand von Anfang an die Überzeugung im Mittelpunkt, dass die Anliegen der Beschäftigten im Transport- und Logistikgewerbe mehr Aufmerksamkeit, eine stärkere Interessenvertretung und eine gemeinsame Stimme benötigen.

Im Jahr 2019 wurde die Grundidee im gewerkschaftlichen Umfeld von ver.di in Berlin weiterentwickelt und konkretisiert. Dabei ging es nicht allein darum, einen Ort für den Austausch unter Berufskraftfahrern zu schaffen. Vielmehr sollte eine Struktur entstehen, die den direkten Kontakt zwischen den Beschäftigten, ihren betrieblichen und gewerkschaftlichen Interessenvertretungen sowie weiteren Akteuren im Verkehrsbereich stärkt.

Die Kraftfahrerkreise sollten eine Möglichkeit bieten, Probleme aus dem beruflichen Alltag offen anzusprechen, Erfahrungen auszutauschen, Missstände sichtbar zu machen und gemeinsam an Verbesserungen zu arbeiten. Denn diejenigen, die täglich auf unseren Straßen unterwegs sind, kennen die Herausforderungen ihres Berufs aus erster Hand. Ihre Erfahrungen und Einschätzungen sind unverzichtbar, wenn es darum geht, die Arbeitsbedingungen, die Verkehrssicherheit und die gesellschaftliche Anerkennung des Berufskraftfahrerberufs nachhaltig zu verbessern.

Das Treffen im Mai 2016 in Berlin – ein wichtiger Grundstein

Bereits bei unserem Treffen im Mai 2016 in Berlin wurde der Grundstein für die weitere Entwicklung und den Aufbau zusätzlicher Kraftfahrerkreise gelegt. Bei diesem Treffen stand die Frage im Mittelpunkt, wie Berufskraftfahrer besser miteinander vernetzt werden können und welche organisatorischen und inhaltlichen Voraussetzungen notwendig sind, um ihre Anliegen dauerhaft aufzugreifen.

Dabei wurde deutlich, dass einzelne Gespräche, regionale Initiativen und zeitlich begrenzte Aktionen allein nicht ausreichen, um die vielfältigen Probleme der Branche nachhaltig zu lösen. Notwendig sind vielmehr dauerhafte Anlaufstellen, engagierte Ansprechpartner vor Ort und eine Struktur, die den Austausch zwischen den Berufskraftfahrern und den Organisationen ermöglicht, die sich für ihre Interessen einsetzen.

Das Ziel bestand deshalb darin, weitere Kraftfahrerkreise aufzubauen und die vorhandenen Aktivitäten miteinander zu verbinden. Die Kraftfahrerkreise sollten regional verwurzelt sein, die konkreten Probleme der Fahrerinnen und Fahrer kennen und gleichzeitig über den eigenen Standort hinaus zusammenarbeiten.

Das Treffen in Berlin war damit ein wichtiger Ausgangspunkt für die Überlegung, wie aus einzelnen Initiativen eine breitere Bewegung entstehen kann, die sich gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen, mehr Sicherheit und eine stärkere gesellschaftliche Anerkennung des Berufsstandes einsetzt.

Die Aufgabenverteilung: Kraftfahrerkreise und AidT

Ein wesentlicher Bestandteil der damaligen Überlegungen war die klare Aufgabenverteilung zwischen den Kraftfahrerkreisen und der AidT. Beide sollten ihre jeweiligen Stärken nutzen und sich in ihrer Arbeit ergänzen, ohne ihre eigenständigen Aufgaben und Zuständigkeiten aufzugeben.

Für die Kraftfahrerkreise wurde eine gewerkschaftlich ausgerichtete Arbeit vorgesehen. Sie sollten als Bindeglied zwischen den Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrern einerseits und der Gewerkschaft andererseits wirken.

Die AidT sollte dagegen ihre politische Arbeit eigenständig weiterführen und sich weiterhin mit den politischen Rahmenbedingungen, verkehrspolitischen Fragestellungen und den gesellschaftlichen Entwicklungen im Transportwesen befassen.

Diese Aufgabenteilung sollte keine Trennung der gemeinsamen Interessen bedeuten. Vielmehr sollte sie dafür sorgen, dass unterschiedliche Arbeitsbereiche sinnvoll ineinandergreifen und sich gegenseitig stärken.

Während die Kraftfahrerkreise die Verbindung zu den Beschäftigten, ihren betrieblichen Erfahrungen und ihren gewerkschaftlichen Anliegen herstellen, kann die politische Arbeit der AidT dazu beitragen, verkehrspolitische Themen in die öffentliche Diskussion einzubringen und politische Entwicklungen kritisch zu begleiten.

Beide Ansätze verfolgen damit das übergeordnete Ziel, die Situation der Berufskraftfahrer zu verbessern. Der entscheidende Gedanke war, dass gewerkschaftliches Engagement und politische Interessenvertretung unterschiedliche Aufgaben erfüllen, sich aber bei gemeinsamen Zielen sinnvoll ergänzen können.

Die Kraftfahrerkreise als Bindeglied zwischen Berufskraftfahrern und Gewerkschaft

Die Kraftfahrerkreise sollen eine Brücke zwischen der täglichen Berufspraxis und der gewerkschaftlichen Interessenvertretung bilden.

Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrer erleben tagtäglich, mit welchen Herausforderungen ihre Branche konfrontiert ist. Dazu gehören unter anderem hoher Zeitdruck, zunehmende Arbeitsbelastungen, problematische Arbeitsbedingungen, fehlende geeignete Rast- und Parkmöglichkeiten, Fragen der Verkehrssicherheit sowie die mangelnde Wertschätzung ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit.

Viele dieser Probleme werden unmittelbar auf der Straße, in den Betrieben und während der täglichen Arbeit sichtbar. Nicht immer finden die Betroffenen jedoch einen geeigneten Ansprechpartner, um ihre Erfahrungen einzubringen und daraus konkrete Forderungen oder Verbesserungen abzuleiten.

Hier setzen die Kraftfahrerkreise an.

Sie sollen den Fahrerinnen und Fahrern die Möglichkeit geben, ihre Anliegen offen anzusprechen, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln. Gleichzeitig sollen sie den Kontakt zur Gewerkschaft stärken, damit Probleme aus der Praxis aufgegriffen, fachlich bewertet und in die gewerkschaftliche Arbeit eingebracht werden können.

Die Kraftfahrerkreise verstehen sich dabei nicht als Ersatz für die Gewerkschaft, sondern als ergänzende Plattform, die den Zugang zur gewerkschaftlichen Arbeit erleichtert und den Austausch zwischen Beschäftigten und Interessenvertretung fördert.

Ihr Anspruch ist es, gewerkschaftliche Themen verständlich und praxisnah zu vermitteln, berufliche Probleme sichtbar zu machen und mehr Berufskraftfahrer für eine aktive Mitgestaltung ihrer Arbeitsbedingungen zu gewinnen.

Denn eine starke Interessenvertretung braucht nicht nur gute Strukturen, sondern vor allem Menschen, die sich einbringen, ihre Erfahrungen teilen und gemeinsam für ihre Rechte und Interessen eintreten.

Unterschiedliche Organisationen – gemeinsame Ziele

Ein weiterer zentraler Gedanke war und ist, dass unterschiedliche Organisationen trotz verschiedener Aufgaben, Strukturen und Arbeitsweisen miteinander kooperieren können.

In der Verkehrspolitik und im Transportwesen gibt es zahlreiche Akteure, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit den Problemen und Herausforderungen der Branche beschäftigen. Dazu gehören Gewerkschaften, Interessenvertretungen, Vereine, Behörden, Institutionen und weitere Organisationen.

Nicht jede Organisation muss dabei dieselben Aufgaben verfolgen oder dieselben politischen Positionen vertreten. Entscheidend ist vielmehr, gemeinsame Anliegen zu erkennen und dort zusammenzuarbeiten, wo gemeinsame Ziele erreicht werden können.

Gerade bei Themen wie Verkehrssicherheit, Schutz der Beschäftigten, Verbesserung der Arbeitsbedingungen, ausreichenden Rast- und Parkmöglichkeiten sowie der gesellschaftlichen Anerkennung des Berufskraftfahrerberufs bestehen zahlreiche Ansatzpunkte für eine Zusammenarbeit.

Die Kraftfahrerkreise sollen dazu beitragen, solche Verbindungen herzustellen und den Austausch zwischen unterschiedlichen Akteuren zu fördern.

Dabei geht es nicht darum, Unterschiede zu verschweigen oder bestehende Positionen aufzugeben. Vielmehr soll deutlich werden, dass konstruktive Zusammenarbeit auch dann möglich ist, wenn Organisationen unterschiedliche Hintergründe haben und ihre jeweiligen Aufgaben eigenständig wahrnehmen.

Gemeinsames Handeln setzt nicht zwingend voraus, dass alle Beteiligten in jeder Frage einer Meinung sind. Es setzt aber voraus, dass sie bereit sind, miteinander zu sprechen, gemeinsame Interessen zu erkennen und Verantwortung für die Umsetzung vereinbarter Ziele zu übernehmen.

Gemeinsame verkehrspolitische Aktionen als sichtbares Zeichen

Besonders bei gemeinsamen verkehrspolitischen Aktionen sollte nach außen sichtbar werden, dass unterschiedliche Organisationen miteinander harmonieren und gemeinsam etwas bewegen können.

Solche Aktionen bieten die Möglichkeit, wichtige Themen öffentlich anzusprechen, auf Missstände hinzuweisen und konkrete Forderungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu richten.

Wenn Organisationen ihre Kräfte bündeln, können sie unterschiedliche Erfahrungen, Kompetenzen und Kontakte zusammenführen. Dadurch lassen sich Themen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten und gemeinsame Anliegen mit größerer Aufmerksamkeit in die Öffentlichkeit tragen.

Dabei kommt es nicht allein auf die Größe einer Organisation an. Entscheidend sind die Glaubwürdigkeit der Beteiligten, die Qualität der gemeinsamen Inhalte und die Bereitschaft, sich praktisch für Verbesserungen einzusetzen.

Gemeinsame Aktionen können zeigen, dass Berufskraftfahrer, Gewerkschaften, Vereine und weitere Partner nicht zwangsläufig nebeneinanderher arbeiten müssen. Sie können gemeinsam Verantwortung übernehmen und deutlich machen, dass die Probleme des Transport- und Logistikgewerbes nur dann nachhaltig angegangen werden können, wenn die Erfahrungen der Beschäftigten ernst genommen werden.

Das gemeinsame Auftreten soll deshalb ein Zeichen für Dialog, Solidarität und konstruktive Zusammenarbeit setzen.

Es soll zeigen, dass unterschiedliche Organisationen ihre Eigenständigkeit bewahren und trotzdem an einem Strang ziehen können, wenn es um die Sicherheit auf unseren Straßen, faire Arbeitsbedingungen und die Zukunft des Berufskraftfahrerberufs geht.

Zusammenarbeit bedeutet nicht Gleichmacherei

Eine erfolgreiche Kooperation verlangt nicht, dass alle Beteiligten ihre Identität, ihre Überzeugungen oder ihre organisatorische Eigenständigkeit aufgeben.

Im Gegenteil: Die Stärke einer Zusammenarbeit liegt häufig gerade darin, dass unterschiedliche Partner ihre jeweiligen Fähigkeiten und Erfahrungen einbringen.

Die Kraftfahrerkreise können die unmittelbaren Erfahrungen der Berufskraftfahrer aufnehmen und deren gewerkschaftliche Interessen stärken. Die AidT kann ihre politische Arbeit fortsetzen und verkehrspolitische Themen eigenständig bearbeiten. Weitere Organisationen können ihre jeweiligen fachlichen Kompetenzen und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit beitragen.

Voraussetzung ist, dass die Aufgaben klar benannt, die jeweiligen Zuständigkeiten respektiert und gemeinsame Vorhaben miteinander abgestimmt werden.

Dazu gehören ein offener Umgang miteinander, gegenseitige Anerkennung und die Bereitschaft, sachliche Differenzen konstruktiv zu behandeln.

Eine solche Zusammenarbeit lebt nicht von gegenseitiger Abgrenzung, sondern von der Erkenntnis, dass gemeinsame Ziele häufig mehr Gewicht bekommen, wenn unterschiedliche Akteure sie gemeinsam vertreten.

Die Verantwortung gegenüber den Berufskraftfahrern

Im Mittelpunkt aller Überlegungen müssen die Menschen stehen, die täglich die Versorgung unserer Gesellschaft sicherstellen.

Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrer transportieren Waren, versorgen Unternehmen, beliefern Geschäfte und tragen wesentlich dazu bei, dass unsere Wirtschaft funktioniert. Dennoch werden ihre beruflichen Belastungen und ihre Bedeutung für die Gesellschaft häufig nicht ausreichend wahrgenommen.

Die Kraftfahrerkreise sollen dazu beitragen, diese Situation zu verändern.

Sie sollen den Beschäftigten eine Stimme geben, ihre Erfahrungen ernst nehmen und dazu beitragen, dass ihre Probleme nicht nur diskutiert, sondern auch in konkrete Forderungen und Verbesserungsmaßnahmen überführt werden.

Dafür braucht es engagierte Menschen, verlässliche Ansprechpartner und eine Zusammenarbeit, die über einzelne Veranstaltungen hinaus Bestand hat.

Gewerkschaftliches Engagement, politische Arbeit und die Kooperation mit weiteren Organisationen können gemeinsam dazu beitragen, die Anliegen der Berufskraftfahrer stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

Dabei darf es nicht allein um öffentliche Aufmerksamkeit gehen. Entscheidend ist, dass aus Gesprächen und Aktionen langfristig Verbesserungen entstehen und die Beschäftigten erleben, dass ihr Engagement Wirkung entfalten kann.

Fazit: Gemeinsam mehr erreichen

Die Grundidee der Kraftfahrerkreise beruht auf einem einfachen, aber wichtigen Gedanken: Berufskraftfahrer brauchen eine starke Vernetzung, eine praxisnahe gewerkschaftliche Anbindung und Partner, die bereit sind, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.

Das Treffen im Mai 2016 in Berlin legte einen wichtigen Grundstein für die weitere Entwicklung der Kraftfahrerkreise. Die im gewerkschaftlichen Umfeld von ver.di in Berlin 2019 weiterentwickelte Grundidee unterstreicht den Anspruch, die Arbeit der Kraftfahrerkreise gewerkschaftlich auszurichten und sie als Bindeglied zwischen den Beschäftigten und der Gewerkschaft zu etablieren.

Gleichzeitig sollte die AidT ihre politische Arbeit eigenständig fortführen. Beide Arbeitsbereiche sollten sich ergänzen und dort zusammenwirken, wo gemeinsame Interessen und Ziele bestehen.

Die Botschaft gemeinsamer verkehrspolitischer Aktionen ist dabei eindeutig: Unterschiedliche Organisationen müssen keine Gegensätze sein. Wenn sie respektvoll miteinander umgehen, ihre jeweiligen Stärken einbringen und sich auf gemeinsame Ziele verständigen, können sie gemeinsam etwas bewegen.

Die Kraftfahrerkreise stehen damit für Vernetzung, gewerkschaftliches Engagement, Solidarität und die Bereitschaft, über organisatorische Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten.

Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Interessen der Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrer stärker zur Geltung zu bringen, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Verkehrspolitik im Sinne der Beschäftigten und der Verkehrssicherheit mitzugestalten.

Denn wer etwas verändern will, muss miteinander reden, gemeinsam handeln und bereit sein, Verantwortung zu übernehmen.

Unterschiedliche Wege, unterschiedliche Organisationen – aber dort gemeinsam handeln, wo es unseren Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrern hilft.

Gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen, mehr Verkehrssicherheit und eine starke Stimme für den Berufsstand der Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer.